Monday, September 27, 2021

Nutzungsvertrag mit Gemeinde wird von „Sportfreunden“ nicht unterzeichnet

Jahreshauptversammlung der „Sportfreunde Oppenrod 1910 e.V.“ spricht sich gegen Unterzeichnung des Nutzungsvertrages mit der Gemeinde Buseck aus – Berichte aus den Sparten – Dringend Übungsleiterin für Kinderturnen gesucht – Heiße Phase für Vorbereitungen der Jubiläumsveranstaltungen läuft

Buseck (siw). Der Nutzungsvertrag mit Übernahme der Verbrauchs- und Energiekosten für den alten Teil des Vereinsheimes soll nicht unterzeichnet werden. So ist es der Wille des Vorstandes der Sportfreund Oppenrod 1910 e.V. und auch der Mitglieder, die sich  in der Jahreshauptversammlung am Freitag im Bürgerhaus nach kurzer Diskussion einstimmig gegen die Unterzeichnung des Vertrages mit der Gemeinde Buseck aussprachen.

Das Vereinsgebäude wurde 1975 von Mitgliedern der „Sportfreunde“ errichtet. Eigentümer ist die Gemeinde Buseck. Den Sportfreunden wurde für den Ausbau des Vereinsraumes über dem Jugendzentrum ein im Haushaltsplan 2009 bereitgestellter Zuschuss von 18 Tausend Euro zugesagt. Für diesen Teil des Gebäudes haben sich die Sportfreunde bereiterklärt, die Nebenkosten zu tragen. Ebenfalls sind sie gewillt, den Ausbau in Eigenleistung fortzuführen.

Nicht einverstanden sind die Sportfreunde jedoch mit der im Nutzungsvertrag aufgenommenen Ergänzung. Diese lautet: Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass nach einer Sanierung des alten Sportheimes ein Nutzungsvertrag mit Kostenübernahmeerklärung für die Verbrauchs- und Energiekosten auf Grundlage des Vertragsentwurfs vom August 2007 durch die Sportfreunde für diesen Bereich abzuschließen ist.“ Der hier genannte Vertragsentwurf wurde vom Sportfreunde-Vorstand ebenfalls nicht unterschrieben.

Aktuell wird das Vereinsheim von einer Fußball-Jugendmannschaft der Jugendspielgemeinschaft Oppenrod/Beuern genutzt. Der Hauptnutzungsanteil liege jedoch mit mindestens 80 Prozent beim FC Großen-Buseck. Eine Weitergabe der Betriebskosten an Dritte wäre zwar möglich, aber es sei den Sportfreunden nicht zuzumuten, einen Kontrolleur abzustellen, der die Nutzungszeiten des FC protokolliert, erklärte der Vorsitzende.

Auf Anfrage hatten Bürgermeister Reinl und Bauamtsleiter Körber den Vorsitzenden mitgeteilt, dass mit etwa 3000 Euro Betriebskosten im Jahr zu rechnen sei. „Diese Summe kann von den Sportfreunden nicht aufgebracht werden, ohne den Erhalt des Vereins zu gefährden“, sagt Renate Renger, die stellvertretende Vorsitzende, zumal in einem Gespräch der FC-Vorsitzende, Jens Heitmann, signalisiert habe, dass man dann in Erwägung ziehe, den Trainingsbetrieb in Oppenrod zurückzuschrauben. „Das heißt im Klartext: Die Sportfreunde bleiben alleine auf den hohen Kosten sitzen, zumal im Winter durchgeheizt werden muss.“  Vereinsmitglied Hans-Dieter Ottersbach schlug vor, den Schlüssel an die Gemeinde zurückzugeben, aber vorher das Inventar herauszunehmen und anderweitig zu lagern. Die Gemeinde solle erst einmal ihre Hausaufgaben machen. Bezüglich der Regelungen mit den Sportvereinen in den anderen Ortsteilen besteht nach Ansicht von Metz „zu wenig Transparenz“. Lediglich über die Presseberichterstattung in Bezug auf die Sportgemeinschaft Trohe wurde die Problematik dort deutlich, als durch die exorbitanten Strom- und Gaskosten in der Generalversammlung ein katastrophaler Kassenbestand bilanziert werden musste. „Wir sind auf die gegenseitige Unterstützung angewiesen und möchten mit der Gemeinde gut zusammenarbeiten. Wir möchten uns aber nicht in eine Lage begeben, in der wir Schiffbruch erleiden werden“. Dieser Meinung des Vorsitzenden schlossen sich die Mitglieder bei der Abstimmung an.

Neben den Jahresberichten stand die Vorschau auf die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der „Sportfreunde“  im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung.  „Die Vorbereitungen gehen in die heiße Phase, jedoch durchaus mit einem kühlen Kopf und ohne unnötige Hektik“, erklärte dazu der Vorsitzende Heiko Metz. Er dankte den fleißigen Helfern in den jeweiligen Ausschüssen (hob stellvertretend für die „Chronik-Macher“ Klaus Renger hervor), den Übungsleitern und Trainern („gilt es doch nicht nur, Übungsstunden abzuhalten, sondern auch immer wieder neu zu gestalten, damit keine Langeweile aufkommt“) sowie allen Gönnern. „Bleibt bitte am Ball und unterstützt uns auch bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Festwochenendes.“

Von zahlreichen Veranstaltungen konnte der Vorsitzende berichten wie Fasching, Bachfest, Ortssporttag, Oktoberfest, Seniorennachmittag, Fahrt mit 50 Teilnehmern zum Weihnachtsmarkt nach Würzburg  und dem Glühweinfest. „Der Aufwand hat jedem viel Einsatz und Engagement abverlangt. Doch im Rückblick hat es sich gelohnt. Die Angebote wurden hervorragend angenommen und es konnten schöne Stunden im Kreis der „Sportfreunde“ und mit vielen Mitbürger verbracht werden. Dies hat wiederum unseren Rechner sehr froh gemacht“, konstatierte Metz, der im späteren Verlauf der Versammlung stellvertretend für Kassenwart Sebastian Steinbrecher einen positiven Bericht abgab, dem die Prüfer Roland Scheld und Erhard Brandl als in Ordnung befanden, so dass der Vorstand einstimmig entlastet wurde. Zu neuen Kassenprüfern wurden Bärbel Irmer, Erika Scheld und Hans-Dieter Ottersbach gewählt.

Für die Gruppen der Abteilung „Kinderturnen“ berichtete Ruth Schnabel. Sie sprach von einem ausgezeichneten Besuch sowohl donnerstags beim Eltern-Kind-Turnen (null bis drei Jahre) mit Carmen Fuchs, wie auch dienstags bei den Drei- bis Sechsjährigen und den Sechs- bis Zwölfjährigen. Da aus zeitlichen Gründen Susi Colvin nicht mehr als Übungsleiterin dieser beiden Gruppen zur Verfügung steht, wird „händeringend“ eine Nachfolgerin gesucht.

Seit 40 Jahren besteht die Abteilung „Frauen-Gymnastik“. An den wöchentlichen Übungsstunden nehmen kontinuierlich 15 Frauen im Alter von 23 bis 83 Jahren teil, berichtete Anke Gaub. Für die Kindertanzgruppe „Grazy Girls“ war das Jahr 2009 „durchwachsen“. Unter neuer Leitung konnten zu Jahresbeginn gleich zwei Tänze einstudiert werden, die bereits an Fasching vorgeführt wurden. Im Laufe des Jahres ging die Begeisterung am Tanzen zurück, die Gruppe wurde immer kleiner und deshalb zum Jahresende aufgelöst. „Da wir  unsere Super-Trainerin Daniele Schmieder nicht verlieren wollten, wurde die Tanzgruppe für Mädchen im Alter von sechs bis neun Jahren unter dem Namen „Stoppel Hoppser“ gegründet“, informierten Jasmin Becker. Viel Lob gab es für die Arbeit von Monika Heitmann und ihre „tollen choreografischen Ideen“ sowohl von Jutta Runkel wie auch von Miriam Friedrich. „Sommer, Sonne, Strand“ ist das Thema eines Tanzes, den derzeit die Show-Tanzgruppe einstudiert und der am Kommersabend im März vorgeführt werden soll. Die Jugendtanzgruppe (die Teilnehmerinnen sind zwischen 15 und 26 Jahre alt) wünscht sich dringend Verstärkung. Ziel der beiden Gruppen ist es auch, einen Tanz bei der Gaugymnastikschau zu präsentieren, die Ende November durch die „Sportfreunde“ in der IGS- Sporthalle ausgerichtet wird. Claudia Scheld (Nordic-Walking) und Sabine Erfurth (Stepp-Aerobic) hatten aus ihren Sparten nur Positives zu berichten.

Die Tischtennisabteilung als „Aushängeschild“ des Vereins, wurde diesem Anspruch wieder gerecht: Nach dem Aufstieg der Schülermannschaft im Winter in die erste Kreisklasse konnte man sich dort knapp, aber verdient den zweiten Platz in der Gruppe I sichern. Hervorzuheben waren die starken Leistungen von Rene Schäfer, Lukas Schwarz und Alexander Becker, die sich alle  in den Top 10 der Einzelspieler platzierten. Mit Nils Zimmer, einem Spieler aus der zweiten Mannschaft, konnte ein neuer Jugendtrainer verpflichtet werden. Herzlich gedankt wurde dem ehemaligen Trainer Markus Zimmer für die jahrelange, erfolgreiche Arbeit. Für die erste und zweite Tischtennis-Mannschaft verlief die Saison 2008/2009 nicht nach Wunsch, die dritte Mannschaft hingegen schaffte den Aufstieg in die Kreisliga mit nur fünf Verlustpunkten. In der Saison 2009/2010 ist die erste Mannschaft in der Bezirksliga Mitte der Top-Favorit und steht in der Vorrunde auf Platz 1. Die zweite Mannschaft befindet sich in der Bezirksliga Gruppe I derzeit auf einem Platz im mittleren Feld.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen im Jubiläumsjahr erfolgen zeitnah.